Alles mobil – Zwingenhalter und Sortimentskästen an French Cleats

Andreas fragte kürzlich in seinem Blog, wie andere das Thema “Aufbewahrung” lösen. Nachdem ich bereits einen hastigen Werkstattumzug hinter mir habe, sorge ich dafür, dass alles mobil bleibt. Alle Halter, die ich neu baue hängen an 18 mm starken Leisten mit einem 45° Winkel. Damit kann ich sie nach Belieben umhängen. Je häufiger ich meine Werkstatt benutze, desto deutlicher wird mir, wie ich die Wege verkürzen kann und wo ich intuitiv mein Werkzeug suche.

Die Zwingenhalter am French Cleat

Alle Zwingenhalter sind verschiebbar. Das erlaubt späteres Umsortieren.

Continue reading

Neuer Werkzeugtest: Silverline Tischlerschraubstock

Bei der Lieferung war der Zangenschlüssel bereits verbogen

Der Zangenschlüssel ist unterdimensioniert und war bereits bei Lieferung verbogen.

Wer billig kauft, kauft zweimal. Oder ärgert sich. Oder muss improvisieren.

Weil ich in meinem Keller zumindest irgendeinen Schraubstock haben wollte (in der Werkstatt habe ich ja bereits einen), habe ich aus Neugier getestet, was man am unteren Ende der Preisskala (€ 27) bekommt.

Spoiler: Überrascht war ich nicht. Erst recht nicht positiv. Immerhin kann man mit dem Schraubstock arbeiten, wenn man ein paar Kompromisse eingeht.

Lest mehr im Test des Silverline Tischlerschaubstocks.

Erbhobel

Dieses Wochenende stand ein Besuch bei meinen Eltern an. Mein Vater hat tief vergraben in einer Werkbankschublade zwei alte Holzhobel aufbewahrt, die er selbst nicht mehr benutzt. Die habe ich jetzt zu treuen Händen erhalten.
Leider waren die Keile noch auf Spannung, deshalb hat einer der beiden Hobelkörper den typischen Spannungsriss an der Brücke.

image

Hobel mit gerissenem Körper

Continue reading

Vorderzange an Werkbank nachrüsten

Für die Werkbank auf der Hobbyholzwürmer Projektseite habe ich kürzlich eine Vorderzange im Webshop Dieter Schmid besorgt. In diesem Beitrag zeige ich kurz, wie sich die Werkbank mit der Vorderzange aufrüsten lässt.

Tischplatte unterfüttern

Damit die Vorderzange hält, muss die Tischplatte unterfüttert werden.

Als erstes habe ich die Tischplatte unterfüttert. Es waren noch Balkenreste vom Rahmenbau übrig, die hatten natürlich die passende Höhe.

Darauf kam dann nochmal eine 18 mm Multiplex-Platte mit einer Aussparung für das Bein. Darauf habe ich die Führung der Vorderzange montiert.

Führung anbringen

Die Führung sitzt auf einer Multiplexplatte.

Continue reading

Lüftergehäuse bauen

Für die neue Staubabsaugung brauchen ich neben dem Lüfter auch ein Lüftergehäuse. Ähnlich wie beim Original von Matthias Wandel haben Thomas und ich das erste in Sandwich-Bauweise gefertigt. Ob das eine gute Idee war und was man beachten sollte beschreibt dieser Artikel.

Genau wie Matthias Wandel in seinem Projekt Small Dust Collector, auf dem dieser Bau basiert haben wir das Lüftergehäuse für die Staubabsaugung aus einzelnen Holzleisten im Sandwich-Verfahren aufgebaut.

Dabei diente die aus mehreren Seiten zusammengeklebte Vorlage aus dem Bauplan, den wir gekauft hatten als Unterlage und Orientierungshilfe

Plan und Lineal helfen beim bestimmen der zu scheidenden Gehrungen

Stück für Stück werden die Teile des Gehäuses aneinander gelegt. Das Lineal hilft dabei, den Gehrungswinkel zu bestimmen.

Die Fichtenleisten haben wir aus einem alten Regal geschnitten. Alle gleich breit und astfrei. Die Maserungsrichtung ist dabei entscheidend. Wenn das Gehäuse später stabil sein soll, muss die Maserung längs der Leisten sein und die Leisten nicht zu lang. Continue reading

Luefterrad für Staubabsaugung – Präzision

Da im Moment der Bau von Absauganlagen läuft, bauten Thomas und ich Lüfterräder. Teil der Arbeit war es, den Flansch für die Welle zu überdrehen, damit er möglichst wenig Seitenschlag hat. Das hat offensichtlich erstaunlich gut funktioniert.

Im Bild unten sieht man, dass der Lüfterrotor nur acht Zehntel Seitenschlag am äußersten Rand hat. Und wir sprechen hier immerhin von 35 cm Rotordurchmesser.

Seitenschlag des Lüfterrads

Das Lüfterrad hat acht Zehntel Seitenschlag

Der Seitenschlag hängt auch mit dem Material zusammen. Die Bodenplatte ist nicht perfekt eben. Daher “tanzt” der Zeiger wenn man den Rotor langsam dreht. Außerdem sind der höchste und tiefste Punkt nicht genau gegenüber.

Der Höhenschlag ist ein etwas unrühmlicheres Thema. Er ist mit 1,2 mm noch im akzeptablen Bereich. Allerdings hätte er deutlich besser ausfallen können, wenn ich beim Bohren des Lochs für die Welle noch etwas sorgfältiger gewesen wäre.

Höhenschlag des Lüfterrads

Zwölf Zehntel Höhenschlag sind noch akzeptabel

Radiallüfter aus Holz zusammenbauen

Hier noch ein kurzer Nachtrag zu unserem hölzernen Radiallüfter. Nachdem wir die Lüfterblätter an der Bandsäge geschnitten hatten, klebten wir sie auf die untere Lüfterplatte.

Lüfterrad - Innenansicht

Die Lüfterblatter des Radiallüfters sind mit Weißleim aufgeklebt

Danach hatten wir darüber gegrübelt, wie wir die Deckplatte zentrisch aufkleben. Zentrierung über die Achse kam nicht in Frage, da die obere Platte ein großes Loch als Lufteinlass hat.

Wer sich noch an seinen Geometrieunterricht erinnert, der weiß, dass ein Kreis durch drei Punkte definiert werden kann. Zwei davon waren in unserem Fall 90° Winkellehren, für den dritten reicht es, wenn man die Mitten auf die gleiche Seite der Winkellehren bringt.

Das Ergebnis sieht man unten. Wenn man davon ausgeht, dass die Deckel exakt gleich groß sind und man sie in Deckung bringt, dann müssen sie übereinander zentriert sein.

Lüfterdeckel zentrieren

Rechte Winkel zentrieren die zwei Deckel dank identischem Radius

Unterdruck knackt Thien Baffle

Thomas hat für seinen Werkstattsauger eine Thien Baffle als erste Staubfangstufe gewählt. Die funktionierte einwandfrei — bis sie verstopfte und Unterdruck den Eimer sprengte. Es war ein transparenter Mischeimer vom gleichen Typ, der mir auch schon einmal um die Ohren geflogen ist.

Wieder war eine klare Sollbruchstelle der Auslöser, wenn auch nicht die Ursache.

Die Ecken waren die Sollbruchstelle

Der Eimer riss an den Ecken der aufgesetzten Absaugstutzenfassung.

Auf dem Bild kann man deutlich erkennen, dass die Risse von den Ecken des MDF-Bretts ausgehen. Dort war die Belastung am größten, als sich der Separator bei Vestopfung durch den Unterdruck zusammen zog. Allerdings muss man klar sagen, dass der Eimer der eigentliche Schuldige ist, er hält einfach keine Knicke aus. Zu dünn, zu spröde. Der wichtigste Tipp für den Nachbau ist daher, Eimer mit ordentlicher Wandstärke einzusetzen oder gleich etwas aus Holz zu bauen.