Test: Bosch GTS 10 XC

Über Frage, ob in einer Hobbyschreinerwerkstatt die Tischkreissäge wirklich auf Platz Eins der Elektrogeräte gehört, werden unter Holzwürmern Glaubenskriege ausgefochten. Einigen dürften sich aber alle Beteiligten, dass sie einen Platz in den Top Fünf hat. Vor etwa einem Jahr habe ich meine alte Tischkreissäge verkauft und mir einen Bosch GTS 10 XC zugelegt. Ich habe es bis heute nicht bereut.

Stärken

Wer ein Bosch-Werkzeug in Blau kauft, also aus der Handwerkerserie, geht mit einer bestimmten Erwartungshaltung an das Gerät. Material, Präzision und Langlebigkeit auch bei rauem Einsatz stehen im Lastenheft. Die Bosch ist definitiv massiv gebaut – trotz Plastikunterkonstruktion.

Die Tischplatte ist eine steinharte Alukonstruktion mit Wabenunterbau zur Verstärkung. Da kann man auch drauf steigen – nur würde ich nicht auf die ausgefahrene Tischverbreiterung treten. Auch der Sägeträger ist da aus Metall wo es darauf ankommt.

Die Massivbauweise hat ihren Preis. Ich würde die Säge als “gerade eben noch portabel” bezeichnen. Die Griffe an der Seite sind zwar ergonomisch, aber die GTS 10 XC ist mit 35 kg kein Leichtgewicht.

Eingebauter Schiebetisch

Auf der linken Seite der Säge befindet sich ein eingebauter Schiebetisch. Auch wenn er auf den ersten Blick sehr klein aussieht, kann man damit Bretter bis zu einer Breite von 35 cm kappen.

Eingebauter Schiebetisch der GTS 10 XC

Der eingebaute Schiebetisch hat eine Schnittkapazität von mehr als 35 Zentimetern

Der Queranschlag lässt sich mit einer Schraube (am unteren Ende des Bilds oben) auf dem Schiebetisch fixieren. An dem senkrechten Knauf lässt sich der Tisch komfortabel und sicher führen. Allerdings sollte man die flachen Laufschienen unter dem Schiebetisch hin und wieder mal wieder sauber machen. Dort sammelt sich gerne Staub und dann wird das Schieben mühsamer.

Wenn er nicht gebraucht wird, lässt sich der Schiebetisch mit einem Hebel unter der Tischplatte verriegeln.

Seitliche Verbreiterung

Ein weiteres cleveres Detail der Säge ist die eingebaute Tischverbreiterung rechts. Damit lassen sich über 60 cm breite Längsschnitte erledigen. Das ist ein Maß, dass man beim Möbelbau oft braucht.

Seitliche Verbreiterung des GTS 10 XC

Für Längschnitte an breiten Brettern lässt sich der Tisch rechts ausziehen.

Dafür, dass die Verbreiterung nur von zwei Aluschienen gehalten wird, ist sie erstaunlich robust. Ich würde mich zwar wie gesagt nicht darauf stellen, aber selbst bei dicker Plattenware hatte ich nie Sorge, dass die Verbreiterung nachgibt. Besonders für den mobilen Einsatz ist die Verbreiterung eine tolle Sache.

Der Rote Hebel öffnet und arretiert die Tischverbreiterung. Im arretierten Zustand ist der Hebel unter der Tischplatte und damit aus dem Weg.

Das entstehende Loch stört in der Praxis auch nicht, da der rechte Rand der zu schneidenden Platte mehr als genug Auflage hat. Wem das nicht geheuer ist, der kann sich einen Einsatz aus Holz bauen. Der cleversten, die ich gesehen habe, enthielten gleich noch eine Halterung für Oberfräse.

Verlängerung

Die Verlängerung ist längst nicht so massiv wie die Verbreiterung, aber dennoch nützlich. Bonuspunkte bekommt Bosch dafür, dass sie schlau genug waren, hinter dem Schlitten und der rechten Führungsnut Aussparungen vorzusehen. Damit lassen sich der Schlitten und selbst gebaute Vorrichtungen auch dann nutzen, wenn die Verlängerung eingefahren ist. Sie wird mit je einer Sternschraube links und rechts fixiert.

Verlängerung der GTS 10 XC

Die Verlängerung sieht etwas filigran aus, hält aber auch Plattenmaterial stand.

Längsanschlag

Nachdem meine Vorgängersäge (Festool Precisio CS 50) meine Nerven mit ihrem fehlkonstruierten Längsanschlag hart auf die Probe gestellt hatte, wollte ich diesmal kein Risiko mehr eingehen. Ich habe mir den Längsanschlag an zwei Bosch-Maschinen beim Händler angesehen, bevor ich meine eigene gekauft habe.

Längsanschlag der GTS 10 XC

Der Längsanschlag lässt sich von oben einsetzen, stellt sich von alleine senkrecht und arretiert vorne und hinten gleichzeitig.

Mittlerweile betrachte ich den Längsanschlag als das heimliche Highlight der Säge. Er lässt sich mit einer Hand verschieben und arretieren. Drückt man den Handknauf herunter, dann krallt sich der Anschlag auf beiden Seiten der Säge fest und stellt sich bei der Gelegenheit auch noch parallel zum Sägeblatt.

Für Schnitte von schmalen Streifen liegt eine flache Leiste bei, die man mit drei Schrauben und Flügelmuttern am Längsanschlag befestigen kann (ohne Bild).

Die Entfernung zum Sägeblatt stellt man über die Skala und das rote Sichtfenster am unteren Rand ein. Mit der zweiten Skala funktioniert das auch mit ausgefahrener Tischverbreiterung. Das ist gut genug um auf etwa einen Millimeter genau zu sägen. Wenn es genauer sein soll, dann empfehle ich die sichere Methode und eine direkte Messung vom Sägeblatt zum Anschlag mit dem Zollstock.

Klammer am Längsanschlag hinten

Eine Klammer klemmt den Längsanschlag vorne. Die Klemmhärte lässt sich einstellen.

Im Bild links sieht man das hintere Ende des Anschlags von unten. Die Klammer greift in die Schiene am abgewandten Ende der Tischoberfläche.

Mit der Rändelschraube dahinter kann man einstellen, wie hart der Anschlag zupackt, wenn man den Knauf herunter drückt.

Die beidseitige Klemmung sorgt dafür, dass der Anschlag nicht ausweicht.

Anschlag von unten

Die Mechanik unten am vorderen Anschlagende stellt den Anschlag parallel um Blatt.

Die Unterseite des Längsanschlags enthält die Mechanik, die ihn parallel zum Blatt stellt. Das lässt sich auch Nachjustieren.

Fast 80 mm Schnitttiefe

Die Säge hat ein 254 mm durchmessendes Sägeblatt ab Werk. Damit erreicht man fast 80 mm Schnitttiefe in 90° Blattstellung. Das ist eine sehr ordentlicher Wert für eine so kleine Säge. Der großzügig dimensionierte Motor sorgt dafür, dass man die Schnitttiefe auch wirklich nutzen kann. Ich habe fünfeinhalb Zentimeter dicke Ahornbohlen ohne Schwierigkeiten gesägt — mit dem richtigen Sägeblatt wohlgemerkt.

Eine große Auswahl an Sägeblättern gibt es von Bosch und erfreulicherweise vielen anderen Herstellern. Dabei hilft, dass die zentrale 30 mm Bohrung und das 25 cm Maß ein gängiger Standard sind.

Einsatz über dem Sägeblatt

Der rote Metalleinsatz in der Mitte des Tisches deckt den Zugang zum Sägeblatt ab. Ich habe mir für die Bosch GTS 10 XC selbst Nullspieleinsätze gebaut. Das kann ich nur jedem Besitzer empfehlen.

Alles sauber aufgeräumt

Für den mobilen Einsatz ist es praktisch, dass alle Zubehörteile sich rund um die Säge an dafür vorgesehenen Plätzen aufbewahren lassen:

  • Längsanschlag links unter der Tischplatte
  • Sägeblatt, Queranschlag und Blattabdeckung rechts
  • Kabel, Absaugadapter und Leiste für schmale Schnitte hinten.

Die Halterung für den Queranschlag ist mit drei Klammern ausgeführt in die man die Führungsschiene schieben muss. Das ist mühselig. Hier kann Bosch noch was verbessern.

Funktionen und Bauteile, die einen gemischten Eindruck hinterlassen

Queranschlag

Der Queranschlag lässt sich in der Führungsnut links oder rechts des Sägeblatts verwenden. Die T-Form seiner Führungsschiene verhindert, dass er nach oben abwandert. Im linken kann man ihn arretieren und dann in Verbindung mit dem eingebauten Schiebeschlitten verwenden.

Queranschlag der GTS 10 XC

Der Queranschlag ist massiver als er aussieht. Die Anschlagsleiste ist aber sehr kurz.

Für meinen Geschmack dürfte die Führungsschiene strammer in der T-Nut sitzen. Sie wackelt zwar nicht wie ein Kuhschwanz, hat mir persönlich aber einen Tick zu viel Spiel. Da werde ich wohl mal jemanden mit einer Metallwerkstatt bitten, mir einen Ersatz zu machen.

Die schwarze Winkelplatte sieht zwar wie Plastik aus, ist aber aus solidem Metall, dafür gibt’s Pluspunkte. Der vertikale runde Schiebegriff ist gleichzeitig die Winkelarretierung. Das funktioniert einwandfrei und hält. Für die 90° und +/-45° Stellungen hat der Anschlag justierbare Winkelstopper, die im Zusammenspiel mit einem kleinen Schnapper verwendet werden können. Dieser Schnapper am Queranschlag ist zu filigran und wackelig.

Die Anschlagleiste (stufige Aluschiene oben im Bild) fällt arg kurz aus. Das hat zwar den klaren Vorteil, dass sich der Queranschlag unter dem Tisch verstauen lässt, taugt aber für reproduzierbare Ablängschnitte nicht. Dafür müsste er viel länger sein und einen verschiebbaren Breitenanschlag besitzen.

Hausaufgabe für Bosch: längere Variante mit Breitenanschlag ins Zubehör-Sortiment aufnehmen! Klar kann man sich so etwas auch selbst bauen, aber hey — das ist eine Säge für’s Profisegment, da muss es die essentiellen Teile zu kaufen geben.

Sägeblattwechsel

Der Sägeblattwechsel erfordert, dass man mit der linken einen Hebel zieht und mit rechts eine Mutter mit einem beigelegten Ringschlüssel löst.

Dieser Hebel blockiert das Sägeblatt

Die linke Hand zieht den Hebel um das Sägeblatt zu blockieren. Die rechte öffnet mit einem Ringschlüssel die Haltemutter.

Das funktioniert okay, ginge aber noch besser, wenn die Achse sich im Ruhezustand selbst blockieren würde, wie man das von manchen Oberfräsen kennt. Hinzukommt, dass die Mutter schnell mal in die Staubführung fällt. Da muss man sie mühevoll hervor pulen.

Insgesamt ist mir der Sägeblattwechsel eine Spur zu fummeling. Das konnte meine alte Festool Säge entschieden besser.

Freischwingende Verstellung der Sägeblattneigung

Wenn der Sägeträger sauber ausbalanciert wäre, dann wäre die Verstellung der Sägeblattneigung eigentlich keine dumme Sache.

Der rote Hebel arretiert den Sägeblattwinkel

Die Winkeleinstellung schwingt frei wenn man den Hebel öffnet.

Hebel auf, Sägeträger auf gewünschten Winkel schwenken, Hebel zu. Das geht ganz fix. Soweit die Theorie. Allerdings stehen dem zwei Dinge im Weg: der Sägeträger ist gewichtsmäßig nicht an der Drehachse ausbalanciert. Das heißt, dass er bei offenem Arretierhebel immer auf einen bestimmten Winkel kippen will. Außerdem bewegt sich beim Festziehen des Hebels normalerweise der Winkel ein klein wenig mit auf Grund der eingesetzten Kraft. Wenn man beide Hände beim Verstellen verwendet, dann lassen sich beide Probleme beherrschen. Wäre aber schön, wenn das mit einer Hand ginge.

Meine alte Precisio CS 50 hatte eine Kurbel für die Winkelverstellung. Das war deutlich bequemer.

Schwachpunkte

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und so hat auch die Bosch GTS 10 XC einige echte Schwächen.

Ein- / Ausschalter

Wie sich das gehört verfügt die Säge über einen Ein- / Ausschalter mit Nullspannungsschaltung. Das heißt, wenn man den Stecker im laufenden Betrieb zieht, dann bleibt die Säge danach aus.

Mechanisch ist er so konstruiert, dass man die Säge nicht aus Versehen einschalten kann. Dafür muss man nämlich erst einer große rote Kappe anheben um an den Einschalter zu kommen. Die Kappe dient auch als vergrößerter Ausschalter.

Der Einausschalter ist gut gebaut aber von oben nicht zu sehen

Der Einausschalter ist gut gebaut aber von oben nicht zu sehen.

Soweit so gut.

Aber man sieht den Schalter von oben schlicht nicht, wenn man in typischem Abstand zur Säge steht. Das ist der schwerste Mangel an der Säge! Ich taste regelmäßig nach dem Ausschalter oder muss mich nach unten bücken um ihn zu sehen — schlecht, wenn’s mal in einer brenzligen Situation wirklich schnell gehen muss. Diesen Mangel muss Bosch aus meiner Sicht in der nächsten Version auf jeden Fall beseitigen. Das ist gefährlich!

Ab Werk zu viel Spiel im Schiebetisch

Eine Schwachstelle, die komplett vermeidbar gewesen wäre, ist das ab Werk zu großzügig eingestellte Spiel im Schiebetisch. Ich habe zwei Exemplare getestet und bei beiden wackelte der Schiebetisch seitlich um knapp einen Millimeter. Das mag zwar für leichten Lauf sorgen, ist aber schlecht für gerade Schnitte. Glücklicherweise lässt sich das nachjustieren wenn man weiß wie. Da der Einstellprozess nicht ganz trivial ist, habe ich dazu einen eigenen Artikel geschrieben.

Also Bosch: Spiel im Werk richtig einstellen — glücklichere Kunden.

Staubführung

Mit der Staubführung bin ich wirklich nicht zufrieden. Der Kasten, der unter der Tischplatte das Sägeblatt umschließt, hat einfach zu viel Platz an dem Falschluft angesaugt werden kann. Das kostet viel Saugleistung. Daher geht ein Haufen Holzstaub in der Säge selbst daneben oder landet auf der Oberfläche.

Wegen schlechter Absaugung landen zuviel Staub in der Säge

Der Kasten, der das Sägeblatt umschließen soll, hat viel zu viel Paltz. So geht wertvolle Saugleistung verloren.

Im Bild oben sieht man den Staub, der sich im Sägegehäuse bereits nach kurzer Zeit sammelt. Liebe Bosch-Ingenieure, da dürft ihr gerne nochmal ein Brikett nachlegen! Es hat nicht jeder eine Schreiner-Turboabsaugung. Schon gar nicht unterwegs.

Lackierte Tischoberfläche

Die Oberfläche des Tischs scheint silbern lackiert zu sein. Das reibt sich im rauen Einsatz eher früher als später ab.

Der Lack auf der Oberfläche ist überflüssig

Die Schleifspuren auf der Oberfläche zeigen, wo sich der silberne Lack abnutzt.

Das heißt im Klartext, dass die Oberfläche im Laden hübsch aussieht und nach Gebrauch nicht mehr. Zwar hat das keinerlei Einfluss auf die Funktion, ist aber komplett überflüssig. Aus meiner Sicht kann Bosch den Lack weglassen. Die Tischplatte ist aus Aluminium, das rostet nicht.

Mitgeliefertes Sägeblatt

Die einzige Einsatzmöglichkeit für das mitgelieferte 24-Zahn-Sägeblatt wurde in einem Internetforum sehr treffend einmal als “für Brennholz” angegeben. Dem stimme ich zu. Es produziert fürchterliche Schnitte. Bei so einer Profisäge wäre ganz klar ein Universalsägeblatt im Lieferumfang angesagt gewesen, das auch Plattenware vernünftig sägt.

Fazit

Die Bosch GTS 10 XC ist eine ausgezeichnete Säge mit Handwerkeranspruch. Sie macht mobil und in der Werkstatt eine gute Figur. Highlights sind der eingebaute Schiebetisch und Tischverbreiterung sowie der Parallelanschlag. Der Ein- / Ausschalter und die Staubführung gehören dagegen überarbeitet.

25 thoughts on “Test: Bosch GTS 10 XC

  1. Hallo, selten so eine gute und zutreffende Werkzeugvorstellung gelesen wie diese. Als “Wechseler” von der Elektra Beckum UK330 auf die Bosch, kann ich Deinen
    Erfahrungsbericht vollinhaltlich bestätigen.
    Von den aufgezeigten Mängeln, ist der Ein-/Ausschalter zwar das relevanteste, aber auch am schnellsten und einfachsten zu behebende Problem. Schade, daß Bosch an dieser Stelle nicht 10 Cent mehr in die Produktion investiert hat.
    Für die Behebung der mangelnden Absaugung ist mit bislang noch nichts Konkretes eingefallen. Ich hab die Säge zwar auf einem nach unten offenen Tisch mit Zwischenboden stehen, den ich seperat an die Absaugung angeschlossen habe, der Effekt ist aber gleich Null. Mal schauen, ob Dir eine Lösung einfällt.
    Gruß Andreas

    • Hallo Andreas,

      jetzt bin ich doch gespannt, wie Du das Problem mit dem Ausschalter gelöst hast. Ich hatte ja schon überlegt, ein Zwischenstück aus Holz einzubauen, damit der Schalter weiter in die Sichtlinie wandert.

      Hast Du ein Foto Deiner Lösung?

      Was die Absaugung angeht, so haben Thomas und ich uns schon beide den Kopf zerbrochen.

      Optionen:

      a) Eine Balgen-Konstruktion, die Tischplattenunterseite mit dem Sägeträger verbindet (wie bei einer Ziehharmonika)
      b) Ein Anbau unten am Nullspieleinsatz. Der kann aber weder alle Lücken schließen noch taugt er bei schräg gestelltem Blatt.
      c) Eine Art Plastikvorhang, der mit Ösen und Schnüren am Sägeträger gehalten wird. Mit Gewichten beschwert, damit er nicht angesaugt wird.

      Alle Ideen, die auf einer flexiblen Umfassung beruhen, haben ihre Knackpunkte in der Befestigung und der Tatsache, dass der Unterdruck sie zusammenziehen will. Vermutlich muss ich die Säge mal auf den Kopf stellen und die Situation von unten betrachten, um eine Erleuchtung zu bekommen.

      Schönen Gruß,
      Sebastian

    • Nachdem die Investition in eine Tischkreissäge für die meisten Hobbyschreiner kein Pappenstiel ist (da muss ein Genehmigungsantrag bei der “Finanzministerin” daheim eingereicht werden :-D) war es mir wichtig, dass andere wissen, auf was sie sich einlassen.

      Ich habe lange mit dem Kauf einer neuen Säge lange gezögert nachdem ich bei meinem ersten Kauf trotz Markenware nicht zufrieden war. Es ist für andere leichter sich richtig zu entscheiden, wenn die positiven und negativen Fakten auf dem Tisch liegen.

  2. Hallo,
    danke für den Bericht. Ich habe gestern meine GTS 10 XC mit dem Tisch GTA 60 W bekommen, fürs Hobby.
    Ich habe sie heute zusammengebaut und erst einmal vermessen. Bis jetzt hat meine Säge die gleichen Macken wie deine Maschine. Das ist echt ein Armutszeugnis für Bosch. Bosch ruiniert sich damit seinen guten Ruf.

    Der GTA 50 W ist super.

    Gruss Wilfried

  3. Dein Bericht finde ich sehr gut gemacht. Bin das erste mal auf deiner Seite und muss sagen das du es wirklich sehr gut machst.

    Deinen Kritikpunkt mit dem Ein-/ Ausschalter kann ich nicht bestätigen.
    Ich selbst habe die GTS 10 XC auf einen GTA 6000. Ich brauche mich (bin selbst 1,83m gewachsen) nicht wirklich bücken um die TKS einzuschalten und zum Ausschalten nehme ich das Knie. Das passt perfekt auf meine Statur.

    Mach weiter so… werde Dich jetzt öfter besuchen :-)

    • Vielen Dank für das Kompliment bezüglich des Blogs.

      Erstaunlich, dass Du mit dem Ausschalter keine Probleme hast. Ich taste regelmäßig danach. Von oben sehe ich ihn nur dann, wenn ich von der Säge zurücktrete… und ich müsste eigentlich einen besseren Winkel haben.

      Auf meiner Modifikationsliste steht der Schalter auf jeden Fall. Zusammen mit der Verbesserung der Luftführung bei der Absaugung. Da stehen ein paar Ideen im Raum – wenn eine davon funktioniert, dann werde ich hier darüber berichten.

  4. Hi,
    konntest du schonmal die Unterflurzugsägen von Mafell hinsichtlich der Saugleistung testen oder zumindest mal anschauen? Gerade der Vergleich zur oben genannten Bosch würde mich interessieren?

    • Hallo Tom,

      leider nein. Ich habe persönlich nur den Vergleich zwischen Festool Precisio (meine Vorgängersäge) und meiner Bosch. In der Disziplin Staubabsaugung zumindest hat die Bosch klar das Nachsehen. Wenn ich mal viel Zeit habe nehme ich sie auseinander und “pimpe” die Absaugung.

      Schönen Gruß,
      Sebastian

  5. Hi,

    hat jemand von Euch schonmal überlegt, die Tischplatte zu beizen, um dieses silberne Zeug runterzubekommen?

    • Eigentlich nicht. Der silberne Lack ist meines Erachtens nur Deko. Er scheuert sich von alleine ab.
      Ich finde ja persönlich, dass man einem Werkzeug ruhig ansehen darf, dass es benutzt wird. Allerdings hätte man den Lack wegen mir auch gerne weglassen können.

  6. Schön, mal die Oberfläche Deines Tisches zu sehen.
    Ich habe mich in den letzten Wochen gefragt, ob ich mit meiner Säge besonders grob umgegangen bin, weil ich den Eindruck hatte, dass die Oberfläche bei anderen Holzwerkern immer noch viel weniger abgenutzt aussehen würde.

    • Robust ist die Lackierung wirklich nicht. Zudem komplett überflüssig. Der einzige Unterschied wäre, dass die Oberfläche bei Lieferung matt grau wäre – ich glaube nicht, dass das auf den Verkauf nennenswerten Einfluss hätte. Zusätzlich könnte man dann bei der Herstellung noch ein paar Cent sparen und einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

      Die Maschine ist ein Gebrauchsgegenstand und von der blauen Serie darf man erwarten, dass man sie nicht mit Samthandschuhen anfassen muss.

      Ich hoffe ja inständig, dass die Idee, eine Kreissägentischoberfläche zu lackieren, aus der Marketing-Abteilung von Bosch stammt. Wenn sie von einem Ingenieur stammen sollte, dann muss ich mich für meine ganze Zunft schämen. :-)

  7. Vielen Dank für die gute(n) Beschreibung(en)!
    Meine Erfahrungen sind ähnlich, mich stört tatsächlich auch am meisten die Sache mit der Verteilung der Sägespäne. Bin auf eine gute Lösung gespannt!
    Aus meiner Sicht ist auch die rechte Tischverbreiterung zu kurz. Regeleinsätze etc. haben durchaus mal die Breite von 80 cm, oder? Ich habe mir eine Verlängerung aus Holz gebastelt, mit der ich jetzt Breiten von 100 cm gut hinbekomme.
    Was mir noch fehlt, ist eine vernünftige Vorrichtung, mit der auch Holz, das keine Anlegeseite hat, sauber geschnitten werden kann, wie z.B. eine runde Platte, die in Viertelsegmente geteilt werden soll. Provisorisch habe ich Winkel in die Führung des Schiebeanschlags geschoben, die von oben mit Schrauben das Werkstück halten, aber das ist noch nicht das Gelbe vom Ei. Hat jemand andere Lösungen?

    • Wer den Platz hat, macht sich sowohl mit Verlängerung als auch Verbreiterung selbst einen großen Gefallen. Allerdings halte ich es persönlich so, dass ich große Platten erst einmal mit Handkreissäge und Schiene auf handhabbares Maß bringe und anschließend die resultierenden Teile auf der Tischkreissäge fertig schneide.

      Was die Frage angeht, wie man mit unebenen Anlegekanten an der Tischkreissäge umgeht, lautet meine Empfehlung hier einfach von oben eine gerade Leiste aufschrauben und leicht überstehen lassen. Dann hat man die erste gerade Bezugskante. Wenn die Schraubenlöcher im Sichtbereich sind, dann das Werkstück erst mit Überbreite auf der Gegenseite gerade schneiden, dann umdrehen und so auf Endmaß schneiden, dass die Löcher auf der Abfallseite sind.

      Falls vorhanden, kann man das unebene Stück auch mit der Handkreissäge und einer Führungsschiene begradigen. Das ist sogar noch bequemer. Die Führungsschiene muss man nicht teuer kaufen, die macht man am besten selbst.

      • Danke @Sebastian für Deinen Vorschlag. Die Idee ist wirklich gut, so lange man den Teil, auf den die Anlegekante geschraubt wird, hinterher nicht mehr braucht- wegen der Löcher. Ich nehme sie gerne in die Ideenkiste auf :-), bastele aber auch an der Möglichkeit weiter, die Schiene für den Queranschlag als Verankerung für sowas Ähnliches wie eine Schraubzwinge zu verwenden, mit der man dann ein beliebiges Stück Holz ohne es selbst zu beeinträchtigen fixieren kann. Natürlich könnte ich auch auf die Handkreissäge zurück greifen, aber mein Ehrgeiz besteht weiterhin darin, diese Leistung auch der TKS abzuverlangen :-)

  8. eine frage wie groß ist die öffnung bei ausgezogner tischverbreiterung länge mal breite bei der bosch gts 10xc.

  9. Salve, avete una soluzione per montare una guida angolare di precisione (tipo incra) le guide sono più strette delle guide conosciute.

  10. Hallo, vielen Dank für diese treffende. Vorstellung und hilfreichen Kommentare. Wie verhält sich bei euch das Absaugergebnis mit den Null-Spiel Einsätzen?

    • Auf die Absaugung hat der Einsatz kaum einen Einfluss. Die Zähne nehmen beim Abtragen den Span mit nach unten. Allerdings ist bei der 10-XC die Absaugung schon im Normalfall nicht optimal. Zwischen Sägeträgerverkleidung und Tisch ist einfach zu viel Platz an dem Falschluft angesaugt wird.

  11. Hallo,
    vielen Dank für diese wirklich sehr gute Vorstellung.
    Mich würde es interessieren, ob der Parallelanschlag auch bei kpl. ausgezogener Tischverbreiterung noch voll nutzbar bis zum Sägeblatt ist? Oder muss die Verbreiterung jedes Mal wieder eingeschoben und arretiert werden, wenn man nur schmale Werkstücke sägen möchte?

    • Ja. Da geht ohne Probleme. Bei schmalen Leisten macht der Hilfsanschlag die Werkstückführung sicherer. Es lohnt sich, die zwei Minuten zu investieren, um ihn zu befestigten.

  12. Moin Sebastian,

    habe deine beiden Berichte zur Precisio CS50 und zur Bosch GTS 10 XC verfolgt und befand diese als sehr aufschlussreich.
    Was ich allerdings nicht verstehen kann ist warum du überhaupt, aufgrund der geschilderten Nachteile beider, einen Wechsel vorgenommen hast.
    Dies macht es mir nun schwer mich selbst zu entscheiden, weil ich die Festool qualitativ eigentlich weiterhin höherwertiger ansiedle als die Bosch und auch denke, dass sie eher mit Zubehör ausbaufähig ist.
    Über eine Info wäre ich sehr dankbar.

    LG

    • Hi Thorsten,

      in dem Falle die Vorteile der Bosch gegenüber der Festool nochmal in Kurzform:

      1. Deutlich besserer Längsanschlag (mit der Festool sind parallele Schnitte Glückssache)
      2. Größere Sägetiefe (praktisch bei geneigten Schnitten oder sehr dickem Material)
      3. Massive Tischplatte, die unter Last stabil bleibt
      4. Erlaubt auch sehr dünne Streifen zu schneiden – die kippen bei der Festtool zum Sägeblatt
      5. Deutlich mehr 3rd-Party-Zubehör kompatibel (Sägeblätter, Incra-Anschläge)
      6. Breitere Laufrinnen für selbstgebaute Vorrichtungen

      Alles in allem nach meinem Dafürhalten mehr Säge für’s Geld.

      Schöne Grüße,
      Sebastian

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