Sägeschlitten im Eigenbau — nicht nur für Festool CS50

Ein selbst gebauter Sägeschlitten kostet kaum Geld und ist ungemein nützlich. Er garantiert zuverlässige Schnitte im rechten Winkel und leichtes Ausklinken von Werkstücken, die hochkant gehalten werden müssen.

Sägeschlitten für Festool CS50

Der Sägeschlitten für die Festool CS50 besteht komplett aus Birkenmutiplex

Obwohl sie sehr praktisch sind, sieht man diese Sebstbau-Schlitten in Deutschland nicht allzu oft. In den USA scheinen sie weit verbreitet zu sein. Mich hat das YouTube-Video “5 Cuts to a perfect Cross-Cut Sled” inspiriert, einen Schlitten für meine Festool CS50 zu bauen. Es ist schon allein deshalb sehenswert, weil die 5-Schnitt-Methode sehr anschaulich erklärt wird —und die sollte jeder Besitzer einer Tischkreissäge beherrschen.

Wie groß der Schlitten ausfällt hängt davon ab, wie viel Platz man hat und wie groß die Oberseite der Tischkreissäge ist. Für meine CS50 sind 50 cm Tiefe das Maximum, weil der Schlitten sonst zu sehr dazu neigt vom Tisch zu kippen, wenn man ihn ganz nach hinten schiebt. Die Breite ist dagegen kaum begrenzt. Ein asymmetrischer Schiebetisch ist spart Platz und erlaubt auf einer Seite längere Werkstücke. Ich empfehle daher einen größeren Schiebetisch asymmetrisch zu machen.

Zwei Gleitleisten führen den Schlitten

Je eine Gleitleiste links und rechts parallel zum Sägeblatt führen den Schlitten.

Die CS50 hat zwei parallele Nuten auf der Tischoberseite. Auch wenn sie eigentlich für Zwingen gedacht sind und daher etwas schmal ausfallen, kann man sie verwenden um die typischen Gleitleisten eines Tischschlittens darin zu führen.

Die Leisten müssen sehr genau gefertigt werden. Sie müssen ohne Spiel in die Nuten passen, sich aber noch verschieben lassen. Tipp: Wachs hilft hier definitiv, die Reibung zu verringern. Mein Schlitten funktionierte erst dann sinnvoll, als ich die Leisten geschmiert hatte.

Die Konstruktion verläuft für alle Sägen nach dem gleichen Schema:

  1. Gleitleisten herstellen (exakte Breite der Laufnuten beachten)
  2. Bodenplatte auf Leisten fixieren
  3. Schiebeleiste und hintere Leiste ausrichten
  4. Bodenplatte komplett durchsägen

Für das Ausrichten gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste ist, die Bodenplatte so anzusägen, dass sie an den Enden noch Material übrig hat. Dazu muss man das Sägeblatt langsam von unten durch die Platte heben. Vorsicht: wenn man an der falschen Stelle anfängt oder aufhört und die Bodenplatte komplett durchschneidet, dann kann man die Platte wegwerfen und muss von vorne beginnen.

Den entstandenen Schlitz verwendet man um mit einem rechten Winkel die Schiebeleiste auszurichten.

Wer es exakter mag, verwendet die im Video gezeigt Fünf-Schnitt-Methode für die Feinjustierung. Es lohnt sich!

Anschlag in T-Nut

Ein Klotz wird von einer Schraube in einer T-Nut gehalten. Er dient als verstellbarer Breitenanschlag

Ein Breitenanschlag ist eine wichtige Erweiterung. Wer einen T-Nut-Fräser hat, kann sich eine bequeme Führung herstellen. Ein Klotz und eine kleine Schraubzwinge reichen jedoch auch.

Damit man sich nicht aus Versehen die Finger beim Schieben absägt, setzt man vorsichtshalber einen kleinen Kasten hinten auf die Schiebeleiste. Der Kasten ist oben offen, damit man das Sägeblatt sehen kann.

Versteifung an der hinteren Leiste

Damit sich die hintere Leiste über dem Sägeschnitt nicht unter Last dehnt, spendiert man ihr eine Versteifung

Je nachdem, wie massiv die hintere Leiste ist, sollte man sie über dem Sägeschlitz verstärken, damit sie sich nicht bei Belastung dehnt.

Der Spaltkeil der CS50 muss glücklicherweise nicht abmontiert werden, wenn ich den Schlitten verwende, denn er ist etwas niedriger als das Sägeblatt.

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