Freistehendes Rankgerüst

Ein freistehendes Rankgerüst sorgt für angenehmen Schatten auf der Terrasse. Allerdings muss es massiv genug sein, um das Gewicht größerer Rankpflanzen zu tragen.

Den Bauplan veröffentliche ich mit freundlicher Genehmigung von Peter Pöllmann.

Projektsteckbrief - Rankgerüst

MaterialBalken gehobelt aus Fichte
Latten gehobel aus Fichte
Balkengröße (B x H), Längen siehe Plan140 x 140
180 x 80
160 x 60
Lattenngröße (L x B x H), Längen siehe Plan800 x 80 x 20
3130 x 80 x 20 (oder geteilt)
BeschlägeSpanplattenschrauben 5 x 100
Spannplattenschrauben 4 x 35
Sechskantschrauben Edelstahl M10 x 160
Beilagscheiben M10
ZubehörFundament für vertikale Balken
BauplanRankgerüstbauplan als PDF

Peter und Lia haben mit ihrem Haus auch ein Rankgerüst vom Vorbesitzer übernommen. Das hatte seine besten Zeiten schon lange hinter sich und wurde zusehends morsch. Eine gute Gelegenheit für die Hobbyholzwürmer mal als Zimmerer tätig zu werden anstatt als Schreiner.

Morsches Rankgerüst

Das alte Rankgerüst war schon sehr morsch.

Die Anforderungen waren:

  • Massive Bauweise, damit das Gerüst schwere Pflanzen tragen kann und auch bei einem Sturm stehen bleibt
  • Lenkt Regen von der Terrasse weg
  • Passt in die existierende eingegossene Sockelkonstruktion

Der erste Schritt war, das alte Gerüst von den Ranken zu befreien. Ddabei wurde Efeu komplett gestutzt und die größeren Pflanzen soweit, dass wir das alte Gerüst herausoperieren konnten.

Peter hat den Plan erarbeitet und Thomas und ich die Einzelteile hergestellt.

Ein Unterschied zu unseren bisherigen Projekten war die Stärke der Balken. Keiner von uns besitzt eine Kreissäge, die 8 cm Balken trennen kann — von Schneiden 10 cm tiefer Falze ganz zu schweigen. Meine Tischkreissäge schafft in senkrechter Stellung 52 mm. Sie ist eben für Plattenware und nicht für Balken gedacht.

Das heißt, die erste Schwierigkeit bestand darin, die Einzelteile aus den Balken herzustellen. Da die Trennschnitte keine 90°-Schnitte waren, mussten wir beim Umdrehen der Balken tricksen. Allerdings waren trotz sehr genauer Einstellung die Schnitte nicht absolut in Deckung, sodass wir nachschleifen mussten.

Die Reiter auf dem Querbalken haben eine komplizierte Form mit einer 15°-Ausklinkung in er Mitte. Die Schräge sorgt später dafür, dass Regen von der Terrasse weg abläuft.

Die Reiter für den Querbalken haben keine rechten Winkel

15° Gefälle sind schon eingeplant — das erkennt man an der Markierung für die breite Nut in der Mitte. Hier sitzen die Reiter später auf dem Querbalken.

Die breite Nut im 15°-Winkel konnten wir ohne eine Vorrichtung zu bauen nicht mit der Oberfräse herstellen. Außerdem hätte die Oberfräse keine so große Tauchtiefe. Besonders dann nicht, wenn darunter noch eine Vorrichtung Tauchtiefe kostet.

Daher entschlossen wir uns dafür, mit der Kreissäge zu arbeiten. Hier war die Schwierigkeit, dass die Zwingen für die Schiene zu kurz waren um sie unten an den Balken zu fixieren. Eine Längszwinge, die alle Balken zusammenhält und ein Klotz brachten die Lösung. Solche Hilfsspannvorrichtungen können in komplizierten Spannsituationen oft eine Hilfe sein.

Eine Längszwinge mit Klotz

Eine Längszwinge mit Klotz. Der Klotz dient gleichzeitig als Zulage und Befestigungspunkt für die kleine Schienenzwinge.

Im nächsten Bild sieht man, dass die Schienenzwinge sich an dem Klotz festhält, den seinerseits nur die Querzwinge in Position hält.

Säge auf 15°

Die Säge ist auf 15° eingestellt und liegt auf der Führungsschiene um die linke Begrenzung der Nut zu schneiden.

Die linke und rechte Begrenzung schnitten wir mit der fixierten Schiene. Bei den Schnitten dazwischen waren wir mutiger und haben die Schiene nur aufgelegt. Im Nachhinein betrachtet hält die aufgelegte Schiene so gut, dass die Schienenzwingen kaum notwendig gewesen wären.

Die Kreissäge bereitet die Nut vor

Die Kreissäge bereitet die Nut vor. Der Kamm macht später das Ausstemmen ganz einfach

Die Schnitttiefe links und rechts waren im Plan vorgegeben. Danach zogen wir einen Bleistiftstrich und tasteten uns für jeden Schnitt vorsichtig an die gewünschte Tiefe heran — was erstaunlich einfach und schnell war.

Der nächste Schritt war, die breite Nut mit dem Stecheisen auszustemmen. In dem Weichholz brachen die Reste des Kamms problemlos entlang der vorbereiteten Schnitte aus. Die Tatsache, dass die Balken direkt neben einander gespannt sind, verhindert das Ausreißen beim Stemmen. Das nächste Mal denken wir hoffentlich auch daran, dem letzten Balken ein “Opferstück” beizuspannen.

Eine breite Nut ausstemmen

Eine breite Nut schneidet man vorher kammförmig ein und stemmt sie dann aus

Anschließend wird die Nut noch mit dem Hobel von den Resten der Kammstruktur befreit.

Der Grund der Nut wird galtgehobelt

Nach dem Stemmen rückt man den Hinterlassenschaften der Kammstruktur mit dem Hobel zu Leibe.

Hier ein Foto vom fast fertigen Rankgerüst (noch ohne Querlattung). Vier parallele Querlatten werden einfach in gleichem Abstand über die ganze Länge des Rankgerüsts auf die Reiter geschraubt.

Rankgerüst fast fertig

Das fast fertige Rankgerüst mit dem heftig zugeschnittenen Baum darauf.

Nachdem die Querverlattung angebracht war hat Kater “Rambo” das Rankgerüst gleich in Beschlag genommen.

Kater "Rambo" nimmt das Rankgerüst in Beschlag

Nachdem er schon das Vorgängergerüst als sein Hoheitsgebiet betrachtet hat, hat Kater “Rambo” konsequenter Weise das neue auch gleich in Beschlag genommen.

2 thoughts on “Freistehendes Rankgerüst

    • Danke für das Kompliment. Ich fürchte, “Schreiber” wird mich nicht ernähren. “Schreiner” vermutlich auch nicht als Hobbyist – da bräuchte man dann schon einen Meister.

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